03.05.2011
Das erschütterte Haus
Eine Familie wird von Rechtsradikalen vertrieben. Kein Einzelfall – und langsam begreift die Politik, dass auch der Westen Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt braucht
Als die 13-jährige Saskia Welters* die Eingangshalle des Bahnhofs betritt, erkennt sie die Neonazis sofort. Die Männer bedrohen ihre Familie seit über drei Jahren. „Guck mal, da ist das Welters-Blag!“, ruft einer von ihnen. Das Mädchen macht, dass es wegkommt, die Rechtsextremisten eilen ihr nach. Um ihre Verfolger abzuhängen, steigt die Schülerin in einen Bus und fährt ziellos umher. Sie hat Angst, ihren Peinigern den neuen Wohnort der Familie zu verraten. Zwei Neonazis folgen ihr auf der Busfahrt, steigen aber nach einiger Zeit aus. Das Mädchen atmet auf. Vorübergehend.
"Der Freitag" vom 29. April 2011 (Zum Artikel)
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