Die FDP bezichtigt NRW-Innenminister Jäger der Täuschung im Vorfeld der Loveparade. OB Sauerland bleibt unbelangt, muss aber seine Abwahl fürchten.
Die Katastrophe bei der Duisburger Loveparade vor rund zehn Monaten sorgt weiter für heftigen Streit im Düsseldorfer Landtag. In einer aktuellen Stunde warf die Opposition Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) Trickserei und mangelnde Offenheit vor. Jäger wies die Vorwürfe zurück.
Offenbar habe es bei der Polizeiführung und -planung schwerwiegende Fehler gegeben, sagte der innenpolitische Sprecher der FDP, Horst Engel. Das habe Jäger stets bestritten und deswegen "eiskalt und berechnend getäuscht, getarnt, geschönt und getrickst". Die Linkspartei-Abgeordnete Anna Conrads warf der Polizeiführung vor, sie sei offenkundig "sehenden Auges in die Katastrophe gerannt". Beide erneuerten ihre Forderung nach Einrichtung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses. Das lehnen jedoch SPD, Grüne und CDU bislang ab.
taz, 19.5.2011 (Zum Artikel)