Über mich

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Anna Conrads

Mein Name ist Anna Conrads, ich bin 33 Jahre alt und Politikwissenschaftlerin.

Ich wurde 1979 in Neuss (bei Düsseldorf) geboren und bin dort in unmittelbarer Nähe zum Frauenabschiebegefängnis aufgewachsen. Daher bin ich schon früh mit der Thematik Abschiebung und der Arbeit antirassistischer Initiativen in Berührung gekommen. Mein Interesse an der Politik war also früh geweckt.

Inzwischen wohne ich seit über 15 Jahren in Duisburg. Während meines Diplomstudiums zur Politikwissenschaftlerin habe ich beim Duisburger Bürgerfunk und in Mülheim an der Ruhr beim Lokalradio gearbeitet. In dieser Zeit habe ich verschiedene Jugendmedienprojekte betreut. Als Rot-Grün 1999 der Beteiligung am Kosovokrieg zustimmte, beschloss ich, mich politisch zu engagieren.

Nun bin ich seit rund 13 Jahren aktiv in der linken Politik. Ich habe mich in antifaschistischen Bündnissen, der Friedensbewegung und bei Jugendverbänden (z.B. JungdemokratInnen/Junge Linke) engagiert. Ich bin ehemalige Präsidentin des Studierendenparlamentes der Universität Duisburg-Essen und war von 1999 bis 2001 aktiv im Kulturausschuss im Rat der Stadt Duisburg als Parteilose für die PDS-OL (PDS-Offene Liste).

Im Jahr 2005 bin ich in die WASG (Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit) eingetreten und seit dem Zusammenschluss von WASG und PDS im Jahr 2007 bin ich aktiv im Kreisverband DIE LINKE.Duisburg und im Jugendverband Linksjugend [`solid]. Von 2006 bis 2010 arbeitete ich hauptberuflich als Koordinatorin der Landesgruppe NRW, Bundestagsfraktion DIE LINKE, mit dem Schwerpunkt Veranstaltungskoordination und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Ich bin Mitglied bei ver.di und der Roten Hilfe und habe als Direktkandidatin im Wahlkreis Duisburg Mitte/Nord, sowie auf Platz 7 der Landesliste zur Landtagswahl in NRW 2010 kandidiert. Von Juni 2010 bis März 2012 war ich Mitglied der Fraktion DIE LINKE im Landtag NRW.

Politische Schwerpunkte

Meine politischen Interessensschwerpunkte liegen in den Bereichen Innenpolitik (Demokratie, Datenschutz, Drogenpolitik, etc.) und Bildungspolitik (Schwerpunkt Ausbildung).

Obwohl die Folgen der Wirtschaftskrise immer noch nicht in vollem Umfang in NRW angekommen sind, wird die soziale Spaltung im Land durch Sozialkahlschlag und brutale Sparpolitik massiv zunehmen – die Schwachen trifft es zuerst. In den vergangenen Jahren hat die herrschende Politik auch in NRW gezeigt, wie sie mit sozialem Protest und Widerstand umgeht: Mit dem Ausbau der Sicherheitsapparate und Angriffen auf die Grund- und Freiheitsrechte, mit Einschüchterung und massiven Polizeieinsätzen – das konnte ich u.a. bei den Protesten gegen Studiengebühren und Antinazidemos am eigenen Leib erleben. Schulen, Unis und Innenstädte wurden zu Überwachungszonen, Konsumtempel von Sicherheitsdiensten bewacht, Stadtbilder von Obdachlosen und unliebsamen „Jugendgangs“ gereinigt. Flankiert von den rassistischen Äußerungen von Rüttgers und dem „Nützlichkeitsrassismus der Mitte“, versuchen NeofaschistInnen in NRW „Nationale Stadtteile“ aufzubauen. Auf den eklatanten Ausbildungsplatzmangel und die Jugendarbeitslosigkeit in NRW antwortet die Bundeswehr mit Rekrutierungsveranstaltungen in Schulen und ARGEN. Aus dem Heer der Arbeitslosen sollen junge Menschen Teil der deutschen Angriffsarmee werden.

DIE LINKE ist die politische Kraft, die gemeinsam mit der Antifa-, Friedens- und den sozialen Bewegungen und gemeinsam mit den Gewerkschaften dieser repressiven innenpolitischen Entwicklung entgegentritt. Gemeinsam mit und für euch möchte ich im Landtag und auf der Straße für eine Gesellschaft kämpfen, in der wir aufrecht gehen und kreativen Widerstand entwickeln können. Dabei ist für mich klar, dass wir der klassischen Stellvertretungspolitik eine Absage erteilen: Der Erfolg einer linken Fraktion misst sich auch daran, in wieweit sie Arm starker außerparlamentarischer Bewegung ist und diese fördert. „Denn wenn wir uns nicht selbst befreien, bleibt es für uns ohne Folgen!“ (Peter Weiss). Für  mich steht fest, dass ich mich in den kommenden Wochen aktiv in die Mobilisierung gegen den Neonaziaufmarsch in Duisburg sowie in die Bildungs- und Antikrisenproteste einbringen werde.

Gemeinsam stellen wir uns auch programmatisch als antimilitaristische und antifaschistische Partei dem repressiven Überwachungsstaat und dem Sozial- und Grundrechtsabbau entgegen. Im Landtag NRW möchte ich mich deshalb u.a. einsetzen:

  • Für einen Abzug der V-Leute aus der NPD und den Ausbau antifaschistischer Bildungs- und Beratungsarbeit.
  • Für Zukunftsperspektiven und Prävention statt Jugendknäste.
  • Für eine humane Bleiberechtsregelung – gegen Abschiebeknäste und Residenzpflicht! Gegen Stigmatisierung und Diskriminierung: Schluss mit den Gesinnungstests bei MigrantInnen!
  • Gegen das Ausschnüffeln des Alltags auf Plätzen, in Computern, Telefonleitungen. Gegen Spitzelei durch Unternehmen und Behörden.
  • Für ein Grundrecht auf Ausbildung und die Stärkung der betrieblichen Ausbildung in NRW. Betriebe, die nicht ausbilden, müssen eine Ausbildungsumlage zahlen, um fehlende betriebliche Ausbildungsplätze zu finanzieren. Statt Warteschleifen zu finanzieren, soll das Land in qualifizierte Ausbildung investieren. Die Ausbeutung von Praktikantinnen und Praktikanten als billige oder sogar kostenlose Arbeitskräfte muss mit gesetzlichen bzw. tariflichen Mitteln bekämpft werden.